Generation Hyper: 24 Tribut-Tracks für Stevie Hyper D

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Zeit vergeht, Legenden bleiben. Stevie Hyper D ist so eine Legende. Sein Name ist immer nur wenige Atemzüge entfernt, wenn irgendwer, irgendwo Drum & Bass sagt. 1998 verstarb er während einer Tour tragisch an einem Thrombus und hinterließ eine trauende Szene, die eines ihrer größten Idole verloren hatte. Er war und ist der wohl einzig wahre “Jungelist Soldier”. “RIP Stevie Hyper D” hallte es noch viele Jahre nach seinem Tod auf nahezu jeder Drum & Bass-Party nach. 18 Jahre sind seit seinem Tod vergangen und nun haben die Jungs hinter dem britischen Label Dance Concept eine Compilation veröffentlicht, die unter dem Namen “Generation Hyper” der Legende Tribut zollen soll. Auf 24 Tracks von unter anderem Congo Natty, Ray Keith, Kenny Ken, Serial Killaz und Heist werden die altbekannten Lyrics mit aktuellen Jungle- und Drum & Bass-Patterns verwoben. Die damit erzielten Erlöse gehen komplett an eine “Stevie Hyper D Foundation”, die der Neffe des Verstorbenen ins Leben gerufen hat. Was es mit dieser Stiftung auf sich hat, ließ sich bisher allerdings nicht herausfinden.

RIP Stevie Hyper D

“Generation Hyper” ist bei Dance Concept erschienen.

Pharrell Williams – “Happy” [Makoto Edit]

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Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und “Happy” von Pharrell Williams wird noch immer in Dauerschleife in die Welt gesendet. Auch Liquid-Don Makoto wird des Songs einfach nicht überdrüssig und spielt ihn seit geraumer Zeit in seinen Sets. Natürlich nicht im Original, sondern in einer von ihm eigens angefertigten 170 Bpm-Version, die dem ein oder anderen Drum & Bass-Head das Herz höher schlagen lassen dürfte. Das Edit steht nun bei Soundcloud zur Verfügung und wieder einmal fragt man sich, warum die Seite eigentlich keine Repeat-Funktion hat. Ob das Stück jemals veröffentlicht wird bleibt wie so oft fraglich.

Mefjus & Emperor – Hello World EP – Critical Music

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Hätte man unter vorgehaltener Waffe sagen müssen, wer in nächster Zeit kollaborieren wird, dann wären Mefjus und Emperor eine lebensverlängernde Antwort gewesen. Denn die beiden haben sich just für Critical Music gemeinsam an den Produktionstisch gesetzt und die “Hello World EP” zusammengeschustert. Ergibt aber auch Sinn, diesen jeweils brachial tackernden und nebulösen Neuro-Sound der beiden verschmelzen zu lassen, der für ein weiteres Killer-Release im Critical-Katalog Sorge trägt. Neben den beiden gemeinsam produzierten Stücken “Disrupted” und “Void Main Void” gaben sie sich dabei auch gegenseitig die Remix-Ehre. Der Österreicher Mefjus knöpfte sich “Precursor” vor und der Brite Emperor wandte sich “Signalz” zu. Letzterer ist klar mein Favorit der EP.

Die “Hello World EP” ist sowohl digital als auch physisch exklusiv bereits bei Surus erhältlich. Überall anders erscheint sie am 07. April.

freemp3: SSIO – Unbekannter Titel (Chris Rye Remix)

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Wie bereits im letzten drumandbass.de Podcast angekündigt gibt es hier den ultradicken Chris Rye Remix von SSIOs “Unbekannter Titel” für euch bei Soundcloud zum freien Download. Das Teil wird von Jaycut bereits seit Monaten rauf- und runtergespielt und sorgt regelmäßig für unzählige Arme in den Lüften. Wallah, SSIO macht schlau!

[Review] Rawtekk – “Sprouted and Reformed” – Med School

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“Sprouted & Formed” war definitiv eines der besten Drum & Bass-Alben des letzten Jahres. So wunderbar über den Tellerrand schauend gliederte sich das Debütwerk von Rawtekk in die Anti-Scheuklappen-Politik von Med School Music ein und schlug Brücken zu Indie, Wave, Dubstep und Techno. Nun wurden die ersten Remixe unter dem Titel “Sprouted and Reformed” zusammengetragen und die EP ebenfalls bei der Hospital-Tochter veröffentlicht. Die Remixer Phace, Mefjus und Billain waren sich dabei offensichtlich einig, dem Ausgangsmaterial eine belebende Adrenalinspritze zu setzen.

Phace hat sich “Photone Recruits” vorgeknöpft und den Track zu einem richtigen Rotzlöffel umerzogen, der nun mit großen Mid-range-Pupillen über den Dancefloor wütet. Der Sound ist kantiger und hektischer geworden, verlangt nach kräftezehrender Doubletime und zirpt so wundervoll mechanisch um die dickflüssig blubbernden Bass-Figuren des Originals herum. Das ist dann wohl der nach technischer Perfektion strebende und Standards setzende 2014-Neurofunk, wie ihn Phace doch schon so oft abgeliefert hat. Mefjus geht einen ähnlichen Weg und setzt “No More Vaccine” einer Amphetaminüberdosis aus, die dem Track offensichtlich ganz gut gefällt. Haben sich die metallischen Bass-Wogen des Originals noch graziös im tippelnden Breakbeat gewunden, jagt sie der Remix nun durch ein geshuffeltes Mefjus-Gefahrengebiet. Und auch Billain belässt es bei “Amber‘s Love Was Like a Marble” nicht bei den brutal schleppenden Halftime-Patterns, sondern krempelt die knarzende Electronica-Chose unmissverständlich auf 172 Bpm um. Das klingt dann wie eine Comic-Staubwolke, die eine Schlägerei darstellen soll, und wirkt in Teilen etwas überambitioniert. Sound-technisch bleibt es dennoch ein Genuss, wenn die zarten Intro-Töne wie um Hilfe schreiend das Tohuwabohu immer wieder kurz durchbrechen.

Oben drauf gibt es noch zwei Remixe der Drum & Bass-Ballade “Snowflakes”, die Rawtekk höchstpersönlich anfertigte. Das Original wurde bereits 2011 bei Med School veröffentlicht und verankerte das Produzentenduo damals nachhaltig im Gedächtnis. Mit seicht tröpfelnden Terzen, Wattebausch-Basslines, flüsterndem Gesang und einer unterschwelligen Progressivität in den Drum-Patterns wurde dieser Track zu einem vertonten Hoffnungsschimmer einer Winterdepression. Die Remixe bewahren sich diese Stimmung, setzen sie aber in etwas andere Kontexte. Die “Neuropop VIP” spricht da eigentlich schon für sich selbst. Sie ist wesentlich extrovertierter, etwas rotziger im Sound-Design und schielt ganz klar in Richtung Großraum-Rave. Das funktioniert aber erstaunlich gut und der Remix lässt grenzenlose Euphorie und tiefgehende Melancholie noch stärker miteinander verschmelzen, als es schon beim Original der Fall war. Die “Ambient Version” ist dann eben genau das: Ambient, der eher für die gemütlichen Stunden vor dem Kamin gedacht ist.

“Sprouted and Reformed” ist bei Med School erschienen.

Warehouse Music: Bryan Gee im Nostalgie-Modus

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Ach, wie schön es doch sein kann in Nostalgie zu schwelgen, die musikalischen Schätze der Vergangenheit heraus zu kramen und sich in Wehmut labend oder mit einem kokettierenden Schmunzeln an vergangene Zeiten zu erinnern. Bryan Gee fand sich offenbar kürzlich auch in so einer Phase stöbernd vor dem Plattenregal wieder und beschloss seines Zeichens V-Recordings Schöpfer kurzerhand eine Ode an die 90er Jahre in Gestalt einer Compilation zu kuratieren. Dem Titel “Warehouse Music” folgend bedienen die 24 Tracks einen rotzig düsteren Warehouse-Sound, der Drum & Bass Ende der 90er Jahre zu einem Popularitäts-Peak verhalf. Zwar sonnt sich dieser Retro-Sound auch ohne Bryan Gee längst wieder im zeitgenössischen Liegestuhl, aber “Warehouse Music” macht in dieser Richtung einfach noch weniger Kompromisse, versucht zu adaptieren und nicht nur zu zitieren. Und da gute DJs – ich erinnere mich immer gerne an die sagenhaften Sets von Bryan Gee zurück – die besseren A&Rs sind, ist diese Tracklist einfach hochtalentiert. So verlinken unter anderem Need For Mirrors, Optiv & BTK, Command Strange und sogar Roni Size(!) eine vergangene Sound-Ästhetik im Angesicht aktueller Produktions- und Mastering-Standards im Hier und Jetzt.

“Warehouse Music” erscheint am 24. Februar auf Chronic.

Om Unit knöpft sich den Klassiker “Shadow Boxing” vor

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Remixe von Klassikern sind ja immer so eine Sache. Da kann mächtig viel in Hose gehen und der einstige Vibe auf der Strecke bleiben. Wenn sich aber Jim Coles aka Om Unit das 1996 erschienene Meisterwerk “Shadow Boxing” von Nasty Habits (Doc Scott) vorknöpft, ist das eher eine Offenbarung und das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne scheint sich in der Neuinterpretation aufzulösen, die das Original nicht aus dem Fokus verlierend selbst Klassikeransprüche anmelden darf.
Der Remix ist bereits bei 31 Records erschienen und wird wie es sich gehört von dem Original auf der Flip begleitet. Und wer sich das ganze mit themenbezogenen Kung Fu-Spektakel zur Gemüte führen möchte, schaue sich das folgende Video an.

Rockwell remixed London Grammar’s “Hey Now”

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Wer ab und an mal an einem Radio vorbei geht, der hat sie sicherlich schonmal pathetisch wimmern hören, die Frontsängerin Hannah Reid von London Grammar. Die britische Indie-Pop-Band ist aktuell ein absoluter Liebling der Presse und wurde nun auch für die Brit Awards in der Kategorie “British Breakthrough Act” nominiert. Was mir in diesem hier gegebenen Rahmen allerdings von größerer Relevanz zu sein scheint, ist der Rockwell Remix der Single “Hey Now”, den der Innovationsschmied auf Anfrage der Band angefertigt hat und der nun auch bei Soundcloud zu hören ist. Und das ist ihm doch ganz gut gelungen, die voluminöse Stimme in seinen Drum & Bass-Trademark einzubetten.

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freemp3: Kanye West – Bound 2 (Sigma Bootleg)

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Das Video zu Kanye Wests “Bound 2″ ist ja schon zu schön um wahr zu sein. Noch schöner ist es, dass es jetzt auch ein feines Sigma-Bootleg gibt. Alles was ihr tun müsst, um an das freemp3 zu kommen ist euch auf Sigmas Website im Shop zu registrieren. Uh-huh, honey!

Critical Presents: Underground Sonics – Preview auf Soundcloud

Unknown

“Mehr filler als killer irgendwie”, kommentierte ein Freund den Post zur Hospital-Volljährigkeit und der dazugehörigen Compilation. “Sind das Compilations denn nicht immer?”, erwidere ich. Darauf konnten wir uns einigen. Per se ändert da auch eine solche Zusammenstellung von Tracks des Lieblingslabels nichts dran. Tracklist-Namedropping, Festplattenhüter…, erwähnte ich ja bereits an anderer Stelle. Doch durch die 18 Tracks der “Critical Presents: Underground Sonics”-Compilation durchgewühlt, muss ich mir zumindest eingestehen, dass Critical Music selbst bei diesem Format seine Vormachtstellung in der Liste meiner Drum & Bass-Lieblingslabels manifestieren kann. Denn die Ausbeute ist überdurchschnittlich hoch. Dub Phizix (der ist eh immer killer), Sam Binga ft. Redders (ultra coole Half-Time-Rhethorik), Ruffhouse (Kings of Deepness), Noisia & The Upbeats (überraschend jazzig), Kassa & Enei (Brett mit Dub-Einschlag), Ivy Lab (Daunendecken-Ästhetik) Foreign Concept ft. DRS (radikale Roughness), Emperor (brutale Blähbauch-Bässe) und Stray (Juke-Prophet mal anders): alles richtig gute Tracks! Das ist immerhin die Hälfte. Und über den Rest kann man dann zufrieden mit dem Schwamm wischen.

“Critical Presents: Underground Sonics” erscheint am 20. Januar.